Die Stadt Griesheim hat sich mit dem Quartier „Innenstadt-Nord“ erfolgreich auf das Projekt Klimaquartiere der LandesEnergieAgentur (LEA) Hessen und des hessischen Umweltministeriums (HMLU) beworben. Dadurch erhält die Stadt im Rahmen des Projekts über 3 Jahre unentgeltlich Planungsleistungen, Unterstützung bei der Akquise von geeigneten Fördermitteln und der Umsetzung von Maßnahmen im Bereich Klimaanpassung und Klimaschutz (Schaffung von Stadtgrün, Entsieglung, PV-Beratung etc.)
Das Projekt startete im September 2024 mit einem Erst-Check des Quartiers und einer Auftaktveranstaltung mit dem externen Dienstleister I&U. Das allgemeine Ziel des Projekts ist es, in dem Quartier „Innenstadt-Nord“ unter der Beteiligung der Bürgerschaft so viele Maßnahmen im Klimaschutz- und Klimaanpassungsbereich wie möglich umzusetzen. Ferner sollen in dem Quartier exemplarisch innovative Lösungen in diesen Bereichen identifiziert werden, die ggf. perspektivisch auf das gesamte Stadtgebiet übertragen werden können. Die Grenzen des Quartiers „Innenstadt-Nord“ bildet im Norden die Sandgasse, im Osten die Friedrich-Ebert-Straße, südlich ist das Gebiet durch die Wilhelm-Leuschner-Straße abgegrenzt und westlich durch die Schöneweibergasse (siehe Abb). Ausgewählt wurde dieses durch den hohen Handlungsdruck im Klimaschutz- und Klimaanpassungsbereich aber auch durch die zentrale Lage und die damit hohe Relevanz für ganz Griesheim.
Wesentlicher Bestandteil des Projekts Klimaquartiere ist die Beteiligung der Bevölkerung und eine entsprechende Öffentlichkeitsarbeit zu den geplanten Maßnahmen.
Ziel ist es zum einen, Anwohnerinnen und Anwohner, Bürgerinnen und Bürger zu umsetzungsrelevanten Themen und damit verbundenen Maßnahmen, wie naturnahe Gestaltung von Flächen und Gärten, private Starkregenvorsorge oder energetische Sanierung, zu informieren und zu sensibilisieren. Zum anderen sind verschiedene Beteiligungsformate vorgesehen, die die Vernetzung und den Erfahrungsaustausch im Sinne von „Eigentümerinnen / Eigentümer für Eigentümerinnen / Eigentümer“ bzw. „Nachbarinnen / Nachbarn für Nachbarinnen / Nachbarn“ und ein lebendiges Erfahren im Fokus haben. Durch Information und Beteiligung wird die Bevölkerung dabei unterstützt, vom Wissen zum Handeln zu kommen und somit langfristig ihr Verhalten klimabewusster zu steuern.
Bürgerbeteiligung
Ein wichtiger Teil des Klimaquartiers sind Sie!
Über die konkreten Bürgerbeteiligungsformate, also die Gelegenheit, sich am Projekt zu beteiligen, informieren wir laufend aktuell auf dieser Online-Beteiligungsplattform, im städtischen Newsletter „Griesheim Aktuell“ sowie in der Griesheimer Lokalpresse.
Beim Innenstadt-Aktionstag ‘Mit(te) gemacht’ am Samstag, 9. August, ist das Team des Klimaquartiers mit einem Stand vertreten. Das Team informiert zum Projekt, den zukünftigen Beteiligungsmöglichkeiten und freut sich darauf in Austausch mit interessierten Bürgerinnen und Bürgern zu kommen.
Die Griesheimer Reallabore im Sommer 2026
Zwei Reallabore sind von Ende Juni bis Anfang September in der Innenstadt entstanden, um diese zu beleben, Raum für Begegnung zu schaffen und die Verkehrssicherheit zu erhöhen.
Ein Reallabor ist ein innovatives Format der Stadtplanung. Dabei werden Veränderungen im öffentlichen Raum testweise umgesetzt, um festzustellen, ob sie sich unter realen Bedingungen bewähren. Die Ausgestaltung der Griesheimer Reallabore basierte auf der vorangegangen Bürgerbeteiligung im Rahmen des Bundesförderprogramms zur Innenstadtentwicklung (ZIZ, 2022-2025) sowie des Projekts Klimaquartier Innenstadt-Nord (2024-2027, Bürgerworkshop und Mitmach-Spaziergang). Die Beteiligungen zeigten, dass es in der Innenstadt an attraktiven Treffpunkten fehlt. Auch regelmäßige Veranstaltungen, Räume für Kinder und Jugendliche sowie eine verbesserte Verkehrslenkung wünschten sich viele Griesheimerinnen und Griesheimer. Darüber hinaus bescheinigt das, im letzten Jahr veröffentlichte, Stadtklimagutachten eine akute Hitzebelastung in der Innenstadt, die es zu senken gilt.
Auf der Grundlage dieser Ergebnisse hat die Stadt zwei Standorte für Reallabore identifiziert:
- Der Georg-Schüler-Platz wurde für die Dauer des Reallabors für den Autoverkehr gesperrt, mit Sitzmöglichkeiten ausgestattet und teilweise verschattet. Während der Dauer des Reallabors wurde der Platz mit regelmäßigen Aktionen bespielt. Der Fokus lag hier auf der Schaffung eines Raums für Aufenthalt, Begegnung und Veranstaltungen im Herzen der Stadt.
- Darüber hinaus wurde ein Teil der Martin-Luther-Straße, direkt vor dem Spielplatz, verkehrsberuhigt und als Raum für Familien und Kinder genutzt. Der neu geschaffene Platz sollte im wahrsten Sinne des Wortes von den Kindern ‚bespielt‘ werden.
Die Reallabore wurden während ihrer Laufzeit von Ende Juni bis Anfang September mit einer Umfrage begleitet und evaluiert. Der Aktionszeitraum Sommer.Griesheim.(Er)Leben. endete mit der Abschlussveranstaltung am 3. September. Nach Abschluss des Zeitraums wurde auch die Umfrage geschlossen und ausgewertet. Die Ergebnisse finden Sie hier: https://sessionnet.owl-it.de/griesheim/bi/getfile.asp?id=97445&type=do
Mitmach-Spaziergang am 13. September 2025
Im Rahmen des Klima-Aktionstags am 13. September bot das Team des Klimaquartiers Innenstadt-Nord moderierte Spaziergänge durch das Quartier an. In den Mitmach-Spaziergängen wurden Wünsche und Bedarfe für das Viertel gesammelt. Die Stadt möchte verstehen, welche Veränderungen sich die Bürgerinnen und Bürger im Quartier wünschen und wo sie sich selbst einbringen möchten. Basierend auf diesen Erkenntnisse werden Maßnahmen entwickelt, die teils temporär, teils dauerhaft umgesetzt werden können.
Die zusammengefassten Ergebnisse der Beteiligungsformate im Jahr 2025 finden sich hier.
Bürgerworkshop am 1. April 2025
Im Rahmen der Veranstaltung haben Vertreter der Stadtverwaltung und des externen Dienstleisters I&U das Projekt vorgestellt. Daran anschließend haben die Teilnehmenden mit Vertretern aus Stadtverwaltung und Politik über die geplanten Maßnahmen diskutiert und ihre eigene Perspektive einbringen können.
Eine Präsentation zum Projekt und dem Workshop findet sich >>>hier.

